Ein Blog für meine Nee-chan =^-^=

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(Ein real RS über das Leben von ein paar Teenagern, die eine Band gründen wollen.. mit jeder Menge Otaku, J-Rock und Wischel Zeugs ^-^ Bis jetzt 7 Kapitel)

Rollenspiel - Nameless

Kapitel 1 (Einleitung) [Dienstag]

Hastig stolperte Keira die Stufen der Schultreppe hinunter. Im vorbeirennen erhaschte sie einen Blick auf die Uhr in der Aula. Es war bereits 15 Minuten nach Schulschluss. Keira war noch länger im Klassenzimmer geblieben, um sich noch einmal Chemie erklären zu lassen. Dabei hatte sie vollkommen die Zeit vergessen. Wenn sie sich jetzt nicht beeilte… Sie stieß die Glastür zur Aula auf und nahm in zwei Sätzen die kleine Treppe. Keuchend lief sie auf die Tür zu, doch schon durch die großen Fenster konnte sie sehen, wie der Bus gerade wegfuhr. „Verdammt!“, fluchte sie und stieß ihre Fäuste gegen die Tür. Der nächste Bus würde erst in einer halben Stunde kommen. Ihr Blick schweifte über den Schulhof. Kein Mensch war zu sehen, nicht einmal der Hausmeister, der dort manchmal das Laub aufsammelte. Es fing an zu regnen. Keira hatte keine Lust nass zu werden, also drehte sie sich um und ging durch die menschenleere Aula, bis zum Ende, an dem hinter einem schweren Vorhang eine Holzbühne war. Anfangs hatte sie nur vorgehabt sich darauf zu setzten, doch ihre Neugier trieb sie dazu sich etwas weiter umzusehen. Sie sah sich noch einmal um, um sich zu vergewissern, dass sie auch wirklich niemand sehen konnte und zog den Vorhang dann vorsichtig einen Spalt breit auf. Dahinter war es dunkel und staubig. Sie öffnete ihn noch ein bisschen, gerade so weit, dass ein schmaler Lichtstrahl auf die Bühne fiel. Und da sah sie es: ein Piano. Nicht gerade ein sehr teures und es schien schon ziemlich mitgenommen, doch Keira fühlte sich fast magisch von ihm angezogen. Sie überlegte. Ob sie wohl darauf spielen dürfte? Warum eigentlich nicht, sie würde damit ja niemanden stören. Sie setzte sich auf die Bank davor und strich behutsam über die staubige Oberfläche. Dann klappte sie das Brett hoch. Die Tasten schienen gut in Schuss. Zuerst versuchte sie es mit der Tonleiter. Verstimmt war es nicht. Nun fing sie an richtig zu spielen. Es war eine Melodie, die sie im Schlaf hätte spielen können. Eines ihrer Lieblingslieder: Ain’t afraid to die. Ihre Finger glitten wie Automatisch über die Tasten. Dann begann sie zu singen. „Nadaraka na oka no ue…“ Zuerst sang sie zögernd und leise doch dann fasste sie immer mehr Mut und ihre Stimme wurde fester. Sie schloss ihre Augen. „Akari wa... shizuka…“ Ihre Stimme vermischte sich mit dem Klavierspiel, es harmonierte wunderbar und hallte durch die ganze Aula. Sie bekam davon nichts mit, als befände sie sich in einer Traumwelt in der nur diese Melodie existierte. Die Atmosphäre hatte sie einfach mitgerissen. Immer noch mit geschlossen Augen spielte sie die letzten Töne. Auf einmal ertönte hinter ihr ein langsames regelmäßiges Klatschen. Wie aus dem Traum gerissen öffnete sie die Augen und schaute hektisch in die Richtung aus der das Klatschen kam. „Nicht schlecht, nicht schlecht“, sagte ein schelmisch grinsender Junge. Er stand lässig an die Wand hinter der Bühne gelehnt. Keira konnte spüren, wie sie allmählich rot wurde. „Oh, ähm... ich…“, stammelte sie und knetete ihre Hände. Er hatte sie sichtlich erschreckt und sie fühlte sich, als hätte man sie bei etwas bösem ertappt. Keira sah sich ihr Gegenüber genauer an. Er schien etwas älter als sie. Sie erinnerte sich, ihn schon ein paar Mal auf dem Schulhof gesehen zu haben. Meistens stand er dort alleine rum. Einmal hatte sie ihre Freundin über ihn reden hören. Dabei hatte sie erfahren, dass er wohl ständig stress mit den Lehren haben sollte. „Schon gut, ich beiße nicht!“ sagte der Junge, der ihre Nervosität bemerkte. „Ähm… ja… schon klar.“ Sie zwang sich zu einem lächeln. „Wäre nett, wenn du niemandem hiervon erzählen würdest, keinem Lehrer meine ich.“ sagte sie. „Als wenn ich denen den Gefallen tun würde“ Sein Grinsen sah nun eher spöttisch aus. Eine kurze, jedoch peinliche Pause enstand. „Hm… Was machst du eigentlich noch hier, wenn ich fragen darf? Ich meine, es ist ja schon lange nach Schulschluss.“, versuchte Keira ein Gespräch zu beginnen. „Nachsitzen“, erwiderte der Junge kurz angebunden. „Hier herrscht anscheinend keine Meinungsfreiheit.“ Er rollte die Augen. „Wem sagst du das…“, seufzte Keira. „Und du? Ich meine, was bringt dich dazu nach Schulschluss hier ein Privatkonzert zu geben?“ „Privatkonzert? Naja… Ich war was länger im Unterricht und hab meinen Bus verpasst... Und dann hab ich das Klavier hier entdeckt.“ „Achso. Hat sich aber echt schön angehört. Bist du in ner Band oder so?“ Er kam etwas weiter auf Keira zu. „Nein, nein. Aber ich hatte mal Klavier und Gesangsstunden. Irgendwann hab ich dann aufgehört aber jetzt würde ich gerne noch E Bass lernen… Ach ja, ich bin übrigens Keira.“ „Tetsuya, angenehm. Soso, interessant.“ Er ging um sie herum und schien sie von allen Seiten zu mustern. „Ich spiele E Gitarre und E Bass. War bis vor kurzem in ner Band.“ Er sah auf seine Armbanduhr. Wir haben noch ne viertel Stunde, bis der Bus kommt. Wenn du willst, kann ich dir ja noch was vorspielen.“, bot er ihr an. „Ja, gerne“. Sie lächelte ihm aufmunternd zu. „Na schön.“ Er ging nach hinten und kam kurz darauf mit einer angeschlossenen E Gitarre zurück. „Die hab ich vorhin entdeckt. Wollen wir hoffen, dass der Verstärker funktioniert.“ Er probierte sie erst kurz aus und an seinem Lächeln konnte man sehen, dass es zu seiner vollsten Zufriedenheit lief. Er fing an zu spielen… und zu singen! „I close my eyes… Thought I was lost but I was stranded…“ Keira war beeindruckt. So eine tolle Gesangsstimme hätte sie ihm ehrlich gesagt nicht zugetraut. „And so I fall, I don’t wanna feel this small…“ Tetsuya bewegte sie wie ein echter Rockstar. In jedes Wort und jeden Ton legte er seine gesamte Leidenschaft. „I kiss your neck, I feel you breathing on my shoulder. Still I’m perfect, it must be you cause now its over...” Jetzt gab er noch einmal alles. Er rutschte auf die Knie und verstummte letztendlich die Gitarre. Keira bemerkte erst jetzt, dass sie vor Begeisterung aufgesprungen war. „Na, wie war ich?“ Tetsuya hatte sich inzwischen wieder aufgerichtet und sah Keira erwartungsvoll an. „Wow, das war… ich bin sprachlos! Das war absolut genial!“ Ihre Stimme überschlug sich. „Nun übertreib mal nicht!“ lachte Tetsuya. „Nein, wirklich! Es war toll! Schade, dass du nicht mehr in der Band bist, dein Talent sollte nicht verschwendet werden!“ Sie schlug sich die Hand vor den Mund. „Oh… war das zu direkt?“ „Schon gut. Aber das könnte ich doch von dir auch behaupten.“ Er sah sie auffordernd an. „M… meinst du? Hm… na ja...“ Tetsuya stellte sich nun genau vor Keira. Die wich leicht eingeschüchtert zurück. Er sah ihr in die Augen. „Keira, richtig…? Was würdest du davon halten, wenn ich dir das Bass spielen beibringen würde und wir eine Band gründen würden? Erst mal nur zum Spaß und hinterher sehen wir was draus wird. Du scheinst die Musik ebenfalls zu lieben.“ Keira konnte gar nicht glauben, was er da soeben gesagt hatte. „Was, ist das dein Ernst? Oh man ich,… ich würde tierisch gerne... ich meine… ja!“ „Nice!“, grinste Tetsuya. „Dann brauchen wir allerdings noch einen Drummer… und gegebenenfalls einen zweiten Gitaristen. Kennst du da jemanden?“ „Nein, tut mir Leid… Aber wir könnten einen Zettel ans schwarze Brett hängen!“ antwortete sie. „Gute Idee“, meinte Tetsuya und holte einen Block und einen Edding heraus. In einer krakeligen Schrift begann er zu schreiben. “Sei mir nicht böse, aber…“ Sie riss ihm beides aus der Hand. „es ist vielleicht besser wenn ich schreibe.“, sagte sie in einem Tonfall, in der ihr niemand etwas hätte übel nehmen können. Sie riss ein leeres Blatt heraus und schrieb in schwungvollen Großbuchstaben: „Drummer und Gitarrist für Band gesucht. Casting Mittwoch nach der 6. Stunde in der Aula. MFG, Keira Takashi &…“ Sie reichte es Tetsuya zum unterschreiben. „Also übermorgen das Casting?“, fragte Tetsuya. „Ja, ist vielleicht ein bisschen knapp, allerdings schauen die meisten Schüler jeden Tag aufs schwarze Brett, und wenn einer wirklich Interesse hat, wird er schon kommen.“, entgegnete Keira. „Recht haste“, stimmte Tetsuya ihr zu. Sie gingen zusammen zum schwarzen Brett und hefteten den Zettel an eine leere Stelle. „Oha! Wir müssen los, der Bus!“, fiel Keira plötzlich ein. Sie lief los, Tetsuya dicht hinter ihr. Der Bus stand schon an der Haltestelle. Gerade noch rechtzeitig schafften sie es einzusteigen. Sie setzten sich nebeneinander, doch sprachen auf der Fahrt kaum miteinander. „Also, ich muss jetzt raus.“, sagte Tetsuya irgendwann. „Komm morgen in der Pause zu mir, okay?“ „Ja, gut. Dann bis morgen!“ Er stand auf. „Ciao!“ Zum Abschied zwinkerte er ihr zu, bevor er aus der Tür stieg und aus Keiras Augen verschwand. Sie fuhr mit einem Lächeln auf den Lippen und dem Gefühl einen neuen Freund gefunden zu haben nach hause. Und morgen würden alle einen neuen Zettel am schwarzen Brett, mit einer Einladung zu einem Casting sehen können…

 
Kapitel 2 (der Kampf oder so… o__O)

... Am nächsten Tag standen alle vor dem schwarzen Brett und lasen die neuesten Informationen, auch die Einladung zu dem Casting. Monomi wartete in sicherem Abstand zu der Menschenmenge. // Irgendetwas Interessantes muss da stehen, sonst würden die doch nicht alle vor dem Brett stehen. // Als es zur ersten Stunde gongte, verschwand die Menschenmenge, bestehend aus Schülern, in den Klassen-und Naturwissenschaftsräumen. Monomi wusste, dass auch sie in den Unterricht musste, trotzdem lief sie auf das schwarze Brett zu und sah den Zettel. Sie las:"Wir suchen einen Drummer und einen Gitarristen!" Den Rest überflog sie, für sie war nur dieser eine Satz wichtig:"Wir suchen einen Drummer und einen Gitarristen!" Bei diesem Wort machte ihr Herz einen großen Luftsprung:Drummer. Der Gong hatte zum zweiten Mal geklingelt, das bedeutete, dass der Unterricht bereits angefangen hatte, aber sie kümmerte sich garnicht darum. Verträumt starrte sie auf den Zettel, sie stellte sich vor, wie sie in einer Band Schlagzeug spielte und alle stolz auf sie wären und ihr zujubelten. Endlich gelang es ihr, sich von der Einladung loszureißen und in den Klassenraum zu rennen. Die Schüler saßen aufmerksam an ihren Tischen. Minomi bemerkte, dass die Lehrerin schon da war und entschuldigte sich für ihr Zuspätkommen. Die Lehrerin nickte und ließ sie Platz nehmen, doch musterte sie Minomi aufgrund ihres ungewöhnlichen Kleidungsstils. Alle anderen aus ihrer Klasse trugen eine Schuluniform, nur sie und Kenai nicht. Sie setzte sich auf ihren Platz und merkte, dass er fehlte. // Dieser verdammte Kenai! Was soll aus dem nur einmal werden?// Die Lehrerin, genannt Frau Hardwick, rief zu einem Diktat auf und Monomi zog schnell ihr Heft aus der Tasche. Sonst freute sie sich, wenn sie ein Diktat schrieben, weil dann die Stunde schneller vorbei ging, doch heute hatte sie überhaupt keine Lust dazu und konnte sich nicht konzentrieren. Als sie das Diktat abgeben mussten, war die erste Stunde auch schon vorüber. Jetzt würden sie Musik haben. Monomi bebte vor Aufregung, denn heute sprachen sie über Musikinstrumente, unter anderem über das Schlagzeug. Die Klasse ging in den Musikraum, den Monomi liebte, weil in ihm ein großes prächtiges Schlagzeug stand. Der Musiklehrer kam herein und begann sofort den Unterricht. Er war ein sehr strenger Lehrer, Monomi jedoch mochte ihn, weil er nach dem Unterricht noch allerlei lustige Geschichten zu erzählen hatte, wenn man ihn darum bat. Sie sprachen über Saxophone, Gitarren und Geigen, bei den Geigen musste sie an ihre verstorbene Mutter denken und schluckte ein paar mal kräftig, um nicht zu weinen. So machte sie das immer, sie fraß den Frust einfach in sich hinein. Sonst war sie mit ihren Gedanken nur bei dem Casting. Konnte sie sich so etwas wirklich zutrauen? Sie nahm sich vor, in der ersten Pause nach einem der zuständigen zu suchen. Den Jungen würde sie sich nicht trauen, zu fragen, also nahm sie sich vor, in der ersten Pause das Mädchen zu suchen. Sie überlegte, wie sie noch mal hieß. War das Nina? Oder Mila? Dann fiel es ihr ein:Keira! Als der Lehrer das Schlagzeug erwähnte, horchte sie auf. Doch da gongte es auch schon und der Lehrer verschob dieses Thema auf die nächste Stunde. Enttäuscht verließ Monomi den Musikraum und plötzlich wurde sie von zwei Jungs angerempelt. Es waren Mio und Tojo, die zwei Idioten, die sie andauernd verprügelten. Monomi spürte, wie sie mit voller Wucht gegen die Wand geknallt wurde. Mio hielt sie fest, während Tojo ihr in den Bauch boxte.

…Keira verlies ihr Klassenzimmer und schwang sich den Rucksack auf den Rücken. Die Doppelstunde Mathe hatte sie heute recht gut überstanden, da sie die ganze zeit daran gedacht hatte, dass sie heute in der großen Pause Tetsuya wieder sehen würde. Und jetzt war es endlich so weit. Gedankenversunken und mit einem breiten Lächeln auf den Lippen lief sie durch den Gang. Als sie eine Etage tiefer am Musikraum vorbeikam, hörte sie merkwürdige Geräusche, die sie hochschrecken ließen. Zuerst fiel ihr Blick auf zwei Jungen, die ihr den Rücken zugewandt hatten. Ansonsten schien der Korridor menschenleer, doch beim näher kommen bemerkte sie, dass die beiden Jungen sich vor einem Mädchen aufgebaut hatten. Und sie waren anscheinend dabei, sie zu verprügeln. Keira handelte blitzschnell und leider ohne nachzudenken, denn schon hatte sie ihren Rucksack abgelegt und stand hinter dem Jungen, der das Mädchen boxte, packte ihn an der Schulter, wirbelte ihn herum und rief: „Hey!“ Das hätte sie besser nicht getan. Der Junge drehte sich zu ihr um und baute sich bedrohlich vor ihr auf. „Was willst du?!“, fragte er in einem scharfen, eindringlichen Ton. „La… Lasst sie in Ruhe…“, sagte Keira nun etwas kleinlauter. Sie bemerkte wie ihre Stimme zitterte, doch sie versuchte dies zu unterdrücken. Nur keine Angst zeigen! „Was hat sie euch denn getan?“, fügte sie hinzu. „Geht dich nichts an!“ fauchte der Junge sie an. Der andere hielt das Mädchen immer noch fest. „Los, hau ab und kümmere dich um deinen eigenen Kram!“, rief er ihr zu. „Nein“ Keira blieb standhaft. Obwohl sie selbst Angst hatte, konnte sie das Mädchen ja schlecht alleine lassen. „Na schön, du hast es ja nicht anders gewollt!“ Der Junge, der mit Keira gesprochen hatte holte zu einem Schlag aus. Doch als hätte sie es voraus gesehen, wich Keira geschickt aus und hielt seinen Arm fest. Sie schubste ihn von sich weg. „Hör mal, ich habe keine Lust, mich hier zu prügeln!“ rief sie. Zuerst schien der Junge etwas verwirrt, da Keira es geschafft hatte ihn abzuwehren, doch dann fing er sich wieder. “Du kleine Schlampe! Jetzt mach ich dich fertig!“ Er stürmte auf Keira zu, die versuchte auszuweichen, aber diesmal nicht schnell genug war. Er packte sie und warf sie gegen sie Wand. Sie sackte am Boden zusammen. Doch dem Jungen schien das noch nicht genug zu sein. Er packte sie an den Schultern, zog sie hoch, drückte sie an Wand und legte nun Beide Hände um ihren Hals. „Tu…das…nie…wieder! Verstanden?!“ knurrte er Keira an. Die bekam nun kaum noch Luft. „Nngh…“ Sie drehte ihren Kopf von ihm weg. „Du…hast…MUNGERUCH!!“ Mit aller Kraft kickte sie ihm ihre Beine in den Bauch. „Ugh!“ Das musste wohl schmerzhaft gewesen sein, seinem Gesichtsausdruck nach zu urteilen. Er hielt Keira immer noch fest, doch nun schleuderte er sie in den Gang. Keira flog förmlich durch die Luft und fürchtete schon den Aufprall, doch auf einmal wurde sie aufgefangen – von Tetsuya! „Hey, wo bleibst du denn?“ fragte er sie, als sei nichts gewesen. Keira, nun in Tetsuyas Armen liegend, sah ihn überglücklich an. Doch momentan war sie nicht fähig zu sprechen. Tetsuya hatte die Lage natürlich längst durchschaut. Er brauchte die beiden Jungs nur einmal kurz scharf anzusehen, um sie unsicher zu machen. „Lass uns gehen…“ sagte der, der das Mädchen fest hielt. Der andere starrte immer noch auf Keira und Tetsuya und musste erst von seinem Kumpel mitgezogen werden, bevor er sich abwandte und die beiden das Weite suchten. Tetsuya sah nun Keira ins Gesicht. „Du blutest.“ Stellte er fachmännisch fest. „Wie kommt das nur…?“ murmelte Keira in einem verdächtig sarkastischen klingenden Tonfall. Da erst bemerkte sie, dass sie noch immer in Tetsuyas Armen lag. „Ähm…“ Mehr brauchte sie nicht zu sagen, damit Tetsuya sie wieder dem Flur übergab. „Da…Danke“ sagte sie und rieb sich ihre schmerzende Schulter. „Ich bring dich ins Krankenzimmer“ bot Tetsuya ihr an. „Schon gut, so schlimm ist es nicht“ erwiderte Keira. Tetsuya holte ein sauberes Taschentuch raus und wischte Keira das Blut von der Stirn. „Wenn ich die erwische…“ murmelte er dabei. Da erst fiel Keira das Mädchen wieder ein. Sie sah zu ihr. Sie war ihr noch nie sonderlich aufgefallen.  Keira ging auf sie zu. „Ist…ist alles in Ordnung?“ fragte sie besorgt. Tetsuya trat hinter Keira und auch er sah das Mädchen an…

Kapitel 3 ( ... )

… Monomi blickte mit angsterfülltem Gesichtsausdruck zu den Beiden auf, so schlimm war sie noch nie verprügelt worden, dabei hatte sie den Jungen doch gar nichts getan. Sie verstand das alles nicht. Die beiden Mitschüler schienen ungefähr in ihrem Alter zu sein, allerdings sah sie sie heute zum ersten Mal. „Vie…vielen Dank“, brachte sie mit viel Mühe heraus. Dann schaute sie Keira an und sagte: “Du warst wirklich sehr tapfer, ich traue mich nicht, mich zu wehren, weil sie stärker sind als ich, wer weiß, wie lange sie noch auf mich eingeschlagen hätten…“ Sie versuchte aufzustehen, doch dann stieß sie einen schmerzerfüllten Schrei aus und sank wieder zu Boden. Matt lächelte sie die Beiden an…

…Keira beugte sich zu ihr herunter. “Oh je, du siehst echt schlimm zugerichtet aus“ Mitleidig sah sie sie an. „Wir müssen dich ins Krankenzimmer bringen“ Da Monomi nicht den Anschein machte, von selbst aufstehen zu können, griff Keira nach ihrem Arm und legte ihn sich um die Schulter. Doch auch sie war noch etwas wackelig auf den Beinen und geschwächt vom Kampf, so dass sie sie nicht alleine hochheben konnte. Tetsuya bemerkte sofort wie sie sich abmühte und legte sich Monomis anderen Arm um seine Schulter. Er stand so schnell mit ihr auf, dass Keira gar nicht mitkam und hielt Monomi allein, scheinbar ohne Anstrengung. „Lass mal gut sein“ meinte er zu Keira. „Du solltest besser erst mal wieder zu Kräften kommen.“ Er legte seinen anderen Arm um Monomis Hüfte, damit er sie besser halten konnte. Wortlos und mit einem ausdruckslosen Gesicht ging er los, in Richtung Krankenzimmer. Keira lief ebenfalls stumm neben Monomi her…

…Monomi war so geschwächt von den vielen Schlägen der Jungen, dass sie die Augen schloss und in eine Traumwelt versank. In dieser Welt hatte sie keine Schmerzen, die ganze Prügelei hatte nie stattgefunden. Doch dann wurde sie von einem Ruckeln aus ihren Träumen gerissen, sie schlug die Augen auf und merkte, dass sie sich im Krankenzimmer befand. Die Schwester legte sie in eins der Krankenbetten. Monomi schaute zu Tetsuya hoch und lächelte ihn dankbar an. Sie errötete und schloss die Augen. „Sie hat hohes Fieber!“, sagte die Krankenschwester. „Könnte vielleicht einer von euch beiden ein Kühlakku besorgen? Die müssten im Kühlschrank in der Küche sein, ich werde euren Lehrern Bescheid geben!“…

…Keira lief sofort los. „Ich mach das schon!“ rief sie noch schnell, bevor sie aus dem Krankenzimmer verschwand. Sie hielt es für das mindeste, das sie tun konnte, nachdem Tetsuya schon Monomi ins Krankenzimmer gebracht hatte. Tetsuya sah ihr hinterher. Er hielt es für keine gute Idee, Keira jetzt schon alleine losgehen zu lassen, doch nun konnte er sie auch nicht mehr aufhalten. Er lehnte sich an die Wand, neben ein Fenster und sah abwesend nach draußen. Keira rannte inzwischen den Gang entlang und blieb nach einer Weile keuchend stehen. Ihr fiel ein, dass sie gar nicht mehr genau wusste, auf welcher Etage die Küche überhaupt war. Wieder einmal verfluchte sie ihre Spontanität. Sie konnte also nichts anderes tun, als bis nach ganz unten zu laufen und dort auf den Plan zu sehen. „Auch das noch!“ seufzte sie und machte sich auf den Weg. Währenddessen wartete Tetsuya noch im Krankenzimmer…

…Monomi kam langsam wieder zu sich. Sie musste sich erst sammeln und begreifen, wo sie sich befand. Als sie sich aufsetzen wollte, eilte die Krankenschwester heran und drückte Monomi leicht nach hinten: „Du musst liegen bleiben.“, sagte sie. Monomi seufzte und legte sich wieder hin. Sie presste ihren Kopf in das Kissen. // Es ist genauso warm wie die Hand dieses Jungen, als er mich trug //, dachte sie und erschrak über sich selbst, weil sie so etwas Unanständiges noch nie gedacht hatte. Dann drehte sie ihren Kopf in Richtung Fenster. // Mmh…eigentlich sieht er doch ganz gut aus…// Der Gedanke, dass dieser Junge eine Unterrichtsstunde für sie verpasste und sie getragen hatte, erfüllte sie mit Glück. Er kannte sie doch gar nicht. Was musste er für ein toller Kerl sein…Wie gerne wüsste sie seinen Namen. Auf einmal platzte es aus ihr heraus: „Wie heißt du eigentlich?“ Sie schlug sich die Hand vor den Mund und konnte gar nicht glauben, dass sie das gerade gesagt hatte. „Entschuldige.“, sagte sie…

Währendessen irrte Kioto auf dem Korridor umher. „Wo ist nur dieser scheiß Musikraum?“, fluchte er. Da erblickte er Keira. // Was für eine Schönheit!//, dachte er und ging auf sie zu. „Hey, hübsche Braut, was führt dich denn hierher? Suchst du irgendwas?“, rief er ihr zu.

…Keira drehte sich mit einem Funkeln in den Augen zu ihm um. Sie ging einen Schritt auf ihn zu. „Was hast du da gerade gesagt?!“ Entrüstet sah sie ihm direkt ins Gesicht.

Tetsuya wandte seinen Blick vom Fenster ab und sah nun zu Monomi herüber. „Kein Grund, sich zu entschuldigen. Ich heiße Tetsuya und du?“ Er lächelte ihr kurz aufmunternd zu.

…Monomi antwortete: „Mein Name ist Monomi. Das ist echt lieb von dir, dass du mich getragen und mir geholfen hast.“ Sie freute sich, dass er nach ihrem Namen gefragt hatte und vergaß für einen Moment ihre Schmerzen. Sie hoffte, dass er noch etwas sagen würde, damit sie in’s Gespräch kämen, jedoch wollte sie ihn nicht nerven und schwieg.

Währendessen im Korridor: Kioto wich ängstlich zurück, wer weiß, zu was dieses Mädchen fähig war. „Hey, ganz ruhig, ich weiß gar nicht, warum du dich so aufregst, ich habe doch nichts Schlimmes gesagt. Ich habe nur gesagt, dass ich dich hübsch finde. Mädchen anmachen is’ halt nicht meine Stärke.“ Er schaute betrübt zu Boden und fügte hinzu: „Tut mir leid, wenn ich dich belästigt habe, wenn du willst, geh’ ich.“ Dann drehte er sich um und ging langsam den Korridor entlang…

…Keira sah im verdutzt hinterher. So was war ihr auch noch nie passiert. Ganz leise meldete sich da plötzlich ihr Gewissen. Was, wenn sie den Jungen jetzt verletzt hatte? Sie überlegte noch eine Sekunde und streckte dann ihre Hand aus. „Ha.. Halt, warte doch! Ich war doch nur überrascht... Ehem.. war etwas direkt von dir…“

„Ist doch selbstverständlich...“ Er schwieg eine Weile. Dann fragte er: „Was wollten die Typen eigentlich von dir?“…

…Monomi antwortete: „Die beiden heißen Mio und Tojo und gehen mit mir in eine Klasse, sie lauern mir immer nach Unterrichtsschluss auf und schlagen mich. Eigentlich bin ich das schon gewohnt und hart im Nehmen, aber so schlimm wie heute haben sie mich noch nie verprügelt. Immer wenn ich sie frage, was ich ihnen denn getan habe, sagen sie zu mir, ich wäre ein wertloses Stück Dreck und dass sie mich wegen meines Kleidungsstils verprügeln. Ich habe schon mit den Lehrern darüber gesprochen, aber sie unternehmen nichts und mustern mich jeden Morgen mit bösen Blicken, nur, weil ich wieder keine Schuluniform, sondern das, was mir gefällt, trage.“ Monomi brach in Tränen aus und schrie: „Aber sie haben Recht, vielleicht bin ich wirklich wertlos, ich tauge zu nichts und mein Vater hasst mich, weil ich so bin, wie ich bin. Wer soll mich schon so mögen, wie ich bin? Seit meine Mutter tot ist, verbietet mir mein Vater das, was mir am meisten am Herzen liegt: Das Schlagzeugspielen und ich…“ Sie schaute Tetsuya an und flüsterte: „Es tut mir leid, dass ich dich mit meinen Problemen belästige. Ich war noch nie so verzweifelt, ich weiß auch nicht, was plötzlich mit mir los ist. Ich danke dir, dass du mir zugehört hast. Aber das interessiert dich bestimmt alles gar nicht, ich halte jetzt wohl besser den Mund, tut mir leid…“

Kioto drehte sich vorsichtig um. Er zögerte eine Weile, bevor er kehrtmachte und mit langsamen Schritten auf Keira zuging. „Du…bist…wirklich…hübsch…“ Gedankenverloren schaute er sie an. Plötzlich streckte er seine Hand aus und sagte: „Mein Name ist übrigens Kioto. Ich bin Kenais bester Freund. Du kennst Kenai nicht zufällig, oder? Ein schlanker Typ, braune, kurze stufige Haare? Er hängt immer mit Monomi ab…ach, jetzt habe ich schon wieder einen Namen genannt, der dir vermutlich gar nichts sagt, oder? Verrätst du mir deinen Namen?“…

…Keira schienen seine Blicke irgendwie peinlich zu sein, denn sie lief mal wieder leicht rot an. Sie hoffte,dass er es nicht bemerken würde. „Ähm.. ja, sicher, ich bin Keira.“ Sie nahm die Hand, die er ihr entgegen streckte und schüttelte sie leicht. „Also die Namen sagen mir alle nichts.“ Sie schwieg eine Weile, nach ihrem Temperamentsausbruch von eben war sie wieder runtergekommen. Dann viel ihr wieder ein, was sie überhaupt hier machte und dass sie so langsam mal die Küche finden sollte. Vielleicht wusste Kioto ja, wo sie war. „Sag mal, kannst du mir sagen wo die Küche ist?“ fragte sie ihn.

Tetsuya war kurz erstaunt, dass Monomi soviel reden konnte. „Kein Problem“ sagte er knapp. „Du spielst also Schlagzeug, hm?“…

…„Ich habe, passt wohl eher… wie gesagt, mein Vater verbietet mir, weiterzuspielen, ich darf nicht mal mehr Musik hören…“ Sie seufzte. „Wie gerne würde ich wieder spielen, aber wenn mein Vater das herausbekäme, wer weiß, was er mit mir anstellen würde. Sag’, bist du der Tetsuya, der zu diesem Casting aufgerufen hat?“

Kioto zuckte nur die Schultern. „Keinen Plan. Seh’ ich vielleicht so aus?“, fuhr er sie an. Dann merkte er aber, dass seine scheiß Macho-Seite wieder aus ihm heraus kam und fügte mit freundlichem Ton hinzu: „In dieser Schule findet man sich ja überhaupt nicht zurecht. Ich such’ gerade den Musikraum, weißt du vielleicht, wo der ist?“ Er schaute auf den Boden und machte die ganze Zeit „Mmh, mmh…“ Dann traute er sich, sie zu fragen: „Ich schmeiß’ kommenden Samstag ’ne Party, hättest du vielleicht Lust, zu kommen? Es werden viele nette Leute da sein, zum Beispiel Kenai, mein bester Freund, der ist echt süß, also nicht, dass du das jetzt falsch verstehst…und diese Monomi kommt auch noch…die hat einen ziemlich merkwürdigen Kleidungsstil, ist aber sonst voll nett und dann kommen noch ein paar Mädels…also: Hättest du Lust?“ Er schaute sie erwartungsvoll an…

Keira wunderte sich zwar insgeheim über Kiotos plötzliche Stimmungsschwankungen und auch darüber, dass er ihr ständig solch ausführliche Beschreibungen ablieferte, doch sie lies sich davon nichts anmerken. Sie zuckte die Schultern. „Mal sehen“ sagte sie kühl, um Kioto zu demonstrieren, dass sie ihm nicht alles durchgehen lies. „Wo wäre diese Party denn?“

Tetsuya nickte. „Genau der. Hast also den Zettel gelesen, ja? Das ist ja Mist, das mit deinem Vater“…

…„Tja, was soll man machen?“, sagte Monomi und freute sich, dass Tetsuya so verständnisvoll war. Mit Kenai konnte sie zwar auch gut reden, allerdings war es nicht immer sicher, dass er auch alles mitbekam. Sie könnte sich auch nicht vorstellen, mit Kenai zusammen zu sein, er war für sie wie ein großer Bruder, ihr bester Freund eben. Sie dachte: // Das ist doch meine Chance, jetzt kann ich nach dem Casting fragen! // Monomi fragte Tetsuya: „Könnte ich bei dem Casting vielleicht auch mitmachen?“ Sie war sich nicht sicher, ob sie noch so gut spielen könnte wie damals, denn sie hatte schon länger nicht mehr gespielt.

// Die krieg ich schon rum!//, dachte Kioto und antwortete: „Bei mir zu Hause. Ich hab’ ein großes Zimmer, da passen einige Leute rein und meine Eltern sind am Samstag nicht da, die kennen mich aber so gut, dass die sich schon denken, dass ich ne Party mach’, sobald die nicht da sind. Die würde dann um acht anfangen und wann sie endet, kommt auf die Stimmung an. Wenn du willst, kannst du auch deine Lieblingsmusik mitbringen, die spiel’ ich dann ab, solang es keine Schlager sind…“ Er lachte und schaute sie dann ganz lieb an. „Ach, bitte komm’ doch.“ Er wollte sie unbedingt näher kennen lernen und diese Party wäre ganz gut dafür…

…„Nee nee, Schlager sind’s nicht ganz“ Keira lachte ebenfalls und kramte dann in ihrem Rucksack. Nach einer kurzen Weile hatte sie einen Kugelschreiber herausgefischt. Sie hielt Kioto ihre Hand, mit der Handfläche nach oben und den Kugelschreiber hin. „Dann schreib mir mal schnell deine Adresse auf meine Hand, ich muss mich jetzt nämlich so langsam mal beeilen“

„Sicher, jeder kann mitmachen“ sagte Tetsuya gleichgültig. Er sah auf seine Armbanduhr. So langsam wurde er ungeduldig. //Wo bleibt Keira nur? Was wenn sie wieder von diesen Typen belästigt wird…?// Er beschloss noch ein bisschen zu warten und wendete seinen Blick wieder dem Fenster zu. „Du solltest dir aber vielleicht noch überlegen, ob es wirklich sinnvoll ist, bei der Band mitzumachen, wenn du gar nicht spielen darfst. Wir werden alle viel Zeit in die Sache investieren müssen und üben müssen wir auch viel. Wenn dein Vater dir das verbietet… Ich weiß ja nicht... Aber musst du wissen, ob es trotzdem geht“ sagte er zu Monomi…

…Monomi sah Tetsuya an, ihre Augen füllten sich mit Tränen. „Ich bin mittlerweile sechzehn und ich denke, ich kann so etwas selbst entscheiden, die Musik ist es mir wert, Schläge von meinem Vater einzustecken…ich will spielen, ich will endlich wieder spielen…“ Der Zorn kam in ihr hoch und sie weinte immer mehr, sie fühlte sich von den Worten Tetsuyas irgendwie verletzt. Er war auf einmal so kühl, als wolle er nicht, dass sie in die Band einstieg. Bis vor kurzem  war er doch noch so freundlich und verständnisvoll gewesen. Sie schaute ihn noch einmal mit funkelnden Augen an, in der Hoffnung, dass er sich wieder zu ihr drehen würde, um ihm klarzumachen, dass er sie soeben verletzt hatte.

Kioto lachte wieder und sagte: „Du bist echt witzig, ich mag dich…äh…und das mit vorhin tut mir wirklich leid…ich weiß doch, wo die Küche ist, sie ist im zweiten Stock…aber wo is der olle Musikraum…?“ Er bemühte sich um eine ordentliche Handschrift, nach kurzer Zeit rief er „Fertig!“ und gab Keira den Kugelschreiber zurück. „Ich freue mich, dass du kommst.“, sagte er mit sanfter Stimme und zwinkerte ihr zu...

…“Aha.. der Musikraum müsste eine Etage höher sein… Naja, danke, ich werd dann mal, man sieht sich!“ Sie drehte sich um und lief rasch den Gang entlang, zur Treppe. Noch wusste sie nicht wirklich, wie sie über Kioto denken sollte, aber irgendwie fühlte sie sich plötzlich total glücklich. Leise summend erreichte sie den zweiten Stock und bald darauf hatte sie auch die Küche entdeckt. Vorsichtig klopfte sie an, doch es schien niemand da zu sein. Sie öffnete die Tür und lugte herein. „Hallo?“ fragte sie in den Raum, doch es war tatsächlich niemand da. Sie ging ein paar Schritte nach drinnen und sah einen Kühlschrank. Keira ging darauf zu, öffnete ihn und fand im Kühlfach auch gleich ein paar Kühlakkus, mit denen sie sich belud. //Jetzt aber schnell…!“//, dachte sie und machte sich wieder auf den Weg zum Krankenzimmer.

„Naja, letztendlich ist es ja auch wirklich deine Entscheidung… Ich meine nur, ich weiß nicht ob ich es verantworten kann, wenn du deshalb verletzt wirst. Wenn du das Casting gewinnen solltest, gibt es kein zurück mehr. Daran darf die Band dann nicht scheitern. Also, musst du wissen.“ In diesem Moment kam Keira hereingeplatzt. „Sorry… ich… hab… die Küche nicht gefunden…“, keuchte sie und gab der Krankenschwester die Kühlakkus. „Alles okay?“ fragte sie besorgt, als sie Monomis Tränen sah…

…Monomi schluckte ein paar Mal kräftig und wischte sich die Tränen an ihrem Pullover ab. Sie schaute Keira an und zwang sich zu einem Lächeln. „Alles okay.“, sagte sie und versuchte, möglichst glaubwürdig zu klingen. Sie wollte es nicht verantworten, dass Keira ihretwegen mit Tetsuya Streit bekäme, schließlich hatten sie ihr geholfen.

Kioto war unglaublich stolz auf sich. // Hab ich sie also doch rumgekriegt…//, dachte er und machte sich auf den Weg zum Musikraum…

…“Hm.. gut...“ sagte Keira nachdenklich. „Naja, wir müssen wohl langsam mal wieder zum Unterricht, oder?“ sie sah zu Tetsuya. „Geht das okay, wenn wir dich alleine lassen?“ Tetsuya rappelte sich auf und ging in Richtung Tür. Er drehte sich noch einmal zu Keira und meinte: „Wegen dem Casting reden wir dann eben in der 2. Pause, okay?“ „Ja, ist in Ordnung, dann treffen wir uns am besten vorm Tor.“, antwortete Keira. „Mh hm..“ Er sah noch mal irritiert zu Monomi rüber, sagte „Na dann.. Ciao!“ und verschwand aus der Tür…

…Monomi sagte: „Ciao und danke noch mal für eure Hilfe.“ Dann wandte sie sich an die Krankenschwester: „Ich denke, es geht wieder, kann ich zum Unterricht?“ Die Krankenschwester überprüfte, ob die Wunden noch bluteten und ob die Schwellung an der Stirn abgeklungen war und nickte schließlich. „In Ordnung, aber übernimm dich nicht!“

Kapitel 4 ( ... )

Monomi stand langsam auf, schwang sich ihren Rucksack über die Schultern und ging aus dem Krankenzimmer. Noch etwas benommen stand sie auf dem Korridor. // Mmh, mal sehen…in welcher Stunde sind wir denn jetzt…// Sie schaute auf die Uhr. // Schon so spät!?//, dachte sie und lief los. Sie musste in den dritten Stock, zum Kunstraum…mit Mühe und Not schaffte sie es, die Treppen hoch zu kommen. Sie betrat den Korridor und rannte bis zum Ende. Vorsichtig klopfte sie an die Tür. „Herein!“, hörte man von drinnen hinausschallen. Monomi öffnete die Tür und wurde erstmal von lautem Gelächter empfangen. Die ganze Klasse lachte…sie schaute sich verschüchtert um und sagte: „Entschuldigen sie meine Verspätung, aber ich war im Krankenzimmer, mir ging es nicht gut.“ Herr Shiosuke nickte und ließ sie Platz nehmen. Er schaute die Klasse böse an und sie hörten auf zu lachen. Monomi bemühte sich, wenigsten ein Bisschen im Unterricht mitwirken zu können. Sie besprachen gerade die verschiedenen Arten der Colorierung. Am Ende der Stunde ließ sie sich die Arbeitsblätter mitgeben, die die Klasse schon bearbeitet hatte und versprach dem Lehrer, alles zu Hause nachzuholen.

Kioto schlief im Unterricht fast ein. // Warum hab ich nich so nen coolen Musiklehrer wie Monomi?//, dachte er und kramte in seiner Tasche nach einem Stück Papier, während Herr Itsabu der Klasse etwas über Blasinstrumente erklärte. Schließlich fand er eins und malte kleine japanische Chibis darauf, die die Helden aus der Serie „Ranma ½“ in verniedlichter Form darstellen sollten. Er hatte schon Shampoo, Akane, Ranma und Nabiki zusammen, als plötzlich der Lehrer vor ihm stand. „Kioto, was machst du da?“, fragte er. „Das sieht man doch, Zeichnen.  Die Scheiße, die Sie hier zusammenlabern, interessiert doch keinen.“ Herr Itsabu kochte vor Wut und schrie: „Raus…RAAAAUUUUUSSSSS…!“ Kioto verdrehte die Augen und ging langsamen Schrittes zur Tür. Er öffnete sie und schloss sie hinter sich. Draußen auf dem Korridor lachte er sich erst einmal schlapp…

…Keira war inzwischen auch wieder im Unterricht und hing halb apathisch auf ihrem Stuhl. Sie schaute nach draußen, doch ihr Blick ging ins Leere. Der Unterricht war heute mal wieder besonders langweilig. Sie gähnte und hielt sich die Hand vor den Mund. Es schien, als würde die Zeit im Zeitlupentempo vorüber gehen. Endlich beendete der Lehrer die Stunde, in denen er ihnen die Hausaufgaben diktierte und Keira klappte nach vorne über auf ihren Tisch. Sie richtete sich wieder auf und verstaute wortlos ihre Sachen im Rucksack. Dabei fiel ihr Blick auf ihre Hand und sie sah Kiotos Adresse. Als sie an die Party dachte, musste sie unwillkürlich lächeln. Ihr fiel ein, dass sie ja jetzt Tetsuya treffen wollte und machte sich auf den Weg zum Tor. Als sie dort ankam, lehnte Tetsuya schon an ihm. Irgendwie schien sich dieser Typ ständig überall anzulehnen. Er hob kurz die Hand, als sie näher kam. Sie lächelte ihm zu. „Hm... ich würde sagen, wir besprechen dass in der Cafeteria, oder?“ fragte er. „Ja, okay.“ Er ging los und sie folgte ihm stumm über den Schulhof. Ein paar misstrauische Blicke blieben an den beiden haften. Keira glaubte in den Augen einer Gruppe von Mädchen so etwas wie Eifersucht sehen zu können, doch Tetsuya schien das egal zu sein. Sie betraten die überfüllte Cafeteria. Er suchte einen freien Tisch in der hintersten Ecke heraus und setzte sich dann. Keira setzte sich ihm gegenüber. „Also“, begann Tetsuya. „Du brauchst Bass Unterricht. Würde sagen, wir treffen uns einmal in der Woche speziell dafür. Dann müssen wir uns noch einmal in der Woche mit der Band zum proben treffen, wenn wir die fehlenden Mitglieder haben.“ Keira bemerkte, dass er sich echte Gedanken über die Sachen gemacht hatte und bekam ein ganz leichtes schlechtes Gewissen, da sie darüber bisher noch gar nicht nachgedacht hatte. Sie nickte. Er fuhr fort: „Den Termin für die Probe mit der Band können wir erst nach dem Casting festlegen, da dann ja alle Zeit haben müssen. Aber wann würde dir denn der Übungs-Termin passen? Am Montag kann ich nicht, da hab ich Basketball Training.“ Sie überlegte kurz. „Wie wär’s mit Dienstag?“, fragte sie dann. „Ja, geht in Ordnung. Also schön, hätten wir das geklärt. Das Casting läuft wie geplant?“ „Ja...“ Keira hätte ja gerne mehr gesagt, doch sie wusste nicht was und so trat erstmal eine peinliche Stille ein…

…Monomi rannte aus dem Kunstraum. Wenn sie schnell genug wäre, würden Mio und Tojo sie vielleicht nicht noch mal erwischen. Sie rannte, was das Zeug hielt, bis sie im zweiten Stock war. Sie ging in den Korridor und presste ihren Körper an die Wand neben der Tür, um von den Beiden nicht gesehen zu werden. Wenn sie einfach weiter Richtung Ausgang gegangen wäre, wäre sie auf der Treppe bestimmt erwischt worden. Auf einmal sah sie Kioto. Sie rief ihn zu sich herüber und er kam auf sie zu. „Hey, Monomi!“, sagte er und deutete dann auf ihr blaues Auge. „Wasn mit dir passiert?“, fragte er sie und er musste sich zusammenreißen, um nicht laut loszulachen. „Bist du in nen Topf Heidelbeermarmelade gefalln, oder was?“ Monomi blickte beschämt zu Boden. „Ich bin verprügelt worden.“, sagte sie und plötzlich schaute Kioto sie ernst an. Er schien ziemlich besorgt um sie zu sein. „Monomi, so geht das nicht weiter, du musst mit deinen Lehrern darüber sprechen, sonst lassen sie dich nie in Ruhe.“ Monomi machte nur „Mmh.“ Kioto flippte völlig aus: „Monomi, ich meins ernst. Irgendwann liegst du vielleicht im Krankenhaus. Mio und Tojo hams wirklich drauf, die sind gefährlich.“ Kioto wusste schon seit langem von Allem Bescheid. // Ich hätte bei ihr bleiben sollen, ich hätte sie nicht alleine lassen dürfen//, dachte er. Er machte sich heftige Vorwürfe. Doch was sollte er tun? Er hatte mindestens genauso viel Angst vor Mio und Tojo wie Monomi, wenn nicht noch mehr. // Kenai ist doch auch noch da, der kann sich doch auch um sie kümmern//, sagte er sich, um sein Gewissen zu beruhigen. „Wo war Kenai denn, als du verprügelt wurdest?“, fragte Kioto. „Er ist heute nicht da gewesen.“, antwortete Monomi ihm und verabschiedete sich, indem sie ihm den Rücken zuwandte und ging. Dabei hob sie den Arm leicht hoch und sagte: „Ich muss dann mal, ciao.“ Kioto erwiderte das ciao und rief ihr noch einmal hinterher: „Du musst etwas tun, hörst du?“ „Jaja.“, rief Monomi und trat durch den Haupteingang auf den Schulhof. // Zu Hause ist eh noch niemand.//, dachte sie und ging in die Cafeteria, um sich einen Kakao zu besorgen. Sie machte die Tür der Cafeteria auf und schaute sich noch einmal gründlich um, ob Mio und Tojo auch nicht in der Nähe waren. Dann ging sie hinein und lief zur Theke. „Einen Kakao, bitte.“, sagte sie. Die Frau an der Theke schaute sie missbilligend an, weil sie Monomis Kleidungsstil einfach nur albern fand. Monomi versuchte, das zu ignorieren und während sie wartete, blickte sie sich um. Alle Tische waren besetzt und die freien Stühle, die an manchen Tischen standen, wurden von den Schülern schnell mit Schulranzen oder ähnlichen Dingen blockiert, nachdem sie Monomi sahen. Da sah sie, dass an einem Tisch in der hintersten Ecke Keira und Tetsuya saßen. „Hier, dein Kakao!“, fauchte die Frau Monomi an und Monomi nahm ihn in die Hand und reichte ihr das Geld. Monomi wartete weiterhin, denn auf der Anzeigetafel stand, dass der Kakao 70 Cent kostete und sie hatte der Frau einen 5 Euro-Schein gegeben. „Worauf wartest du noch? Rückgeld bekommst du ganz sicher nicht, das restliche Geld nehm ich als Schmerzensgeld, weil dein Anblick so eine furchtbare Beleidigung für die Augen ist.“ Monomi seufzte und ging auf den Tisch zu, an dem die Beiden saßen. „Hallo. Ähm….stör ich?“, fragte sie und schaute dabei Tetsuya an. Es war ihr sehr peinlich, aber sie musste ihn immer angucken, weil er ihr irgendwie gefiel. // Seine Augen sind so schön.//, dachte sie und schwebte schon wieder im siebten Himmel…

„Kein Problem“, meinte Tetsuya und deutete auf einen leeren Stuhl. „Wir waren hier sowieso grad fertig, oder… Keira?“ „Mhm“, murmelte diese. Dann stand sie auf. „Ich geh mir mal eben ne Cola holen, soll ich dir was mitbringen?“ Tetsuya schüttelte den Kopf und Keira schlenderte in Richtung Theke. Tetsuya begann derweil mit seinem MP3 Player rum zu spielen…

Monomi stellte ihren Kakao auf den Tisch und legte ihren Schulranzen neben ihrem Stuhl auf den Boden. Sie war gerade dabei, sich die Jacke auszuziehen, als das Unglück passierte: Sie übersah den Becher Kakao und riss ihn mit ihrer Jacke mit sich und natürlich kam es, wie es kommen musste: Der gesamte Kakao ergoss sich auf Tetsuyas Schoß. Monomi stand das blanke Entsetzen ins Gesicht geschrieben, sie wurde rot und stürzte sich auf Tetsuya. Sie versuchte verzweifelt, mit ein paar Taschentüchern den Kakao von Tetsuyas Hose zu wischen. „Boah, das tut mir so leid, sorry!“ Als sie merkte, dass das keinen Sinn zu haben schien und dass die Taschentücher sich in dem Kakao bereits aufgelöst hatten, fing sie an zu fluchen: „Verdammt…boah Scheiße!“ Das Ganze war ihr furchtbar peinlich. Tetsuya hatte ihr geholfen, er hatte sie getragen und ihr zugehört und sie dankte es ihm so, indem sie ihm einen ganzen Becher Kakao über die Hose schüttete. Schuldbewusst schaute sie ihn an und dachte: //Er hasst mich jetzt…bestimmt hasst er mich jetzt…//…

Tetsuya erschrak, als sich der Kakao auf seiner Hose ausbreitete und sprang von seinem Stuhl auf. „Ah… fuck!“, rief er im mitten der Schrecksekunde. Er versuchte, die Beherrschung wieder zu  erlangen. „Lass ma gut sein, ich mach das schon“, meinte er zu Monomi. Zuerst wollte er sie ja zusammen stauchen, doch jetzt, wie sie ihn so an sah… Da konnte er es plötzlich nicht mehr und das verwunderte ihn doch sehr. Trotzdem war er natürlich sauer. „Kann ja mal passieren… aber bitte geh mir erst mal aus dem Weg, ja?“, brummte er. Dann verschwand er, ohne sich noch einmal umzudrehen in Richtung Toilette. Auf seinem Weg rauschte er an Keira vorbei, die gerade von der Theke zurück kam und ihm verwundert hinterher starrte. „Hey, Tetsuya?!“, rief sie ihm zu, doch er ignorierte sie und verschwand aus ihrem Blickfeld. Keira ging zu Monomi und stellte ihre Cola auf dem Tisch ab. „Was ist denn passiert?“, fragte sie verwundert, als sie die Kakao Lache auf dem Boden sah…

…Monomi blickte betrübt nach oben. „Ähm…ähm…“, stotterte sie. Dann versuchte sie Keira mit Handbewegungen zu schildern, was passiert war, da sie in diesem Moment kein vernünftiges Wort herausbrachte. Sie konnte es einfach nicht fassen, jetzt könnte sie sich eigentlich direkt von einer hohen Klippe stürzen, bei Tetsuya hätte sie so oder so keine Chance mehr. //Das war mal wieder klar, dass mir so was passiert!//, dachte sie und versuchte, die Kakaolache zu entfernen, bevor die Frau an der Theke etwas davon mitbekommen würde…

…“Ahja...“ Keira machte ein verwundertes Gesicht, denn ihr war nicht wirklich klar, was passiert war. Wohl aber sah sie, dass Monomi jetzt Hilfe brauchte und sie bückte sich, um mit einem Taschentuch den Kakao weg zu wischen. Kurz darauf schellte es und Keira richtete sich wieder auf. „So, hab jetzt noch 2 Stunden, bin dann mal weg.“ Sie winkte Monomi kurz zu und versuchte aufmunternd zu lächeln, bevor sie auf der Cafeteria ins Schulgebäude ging. Tetsuya sah sie die ganze Zeit über nicht, dabei hätte sie ihn doch zu gerne gefragt, was passiert war.

Kapitel 5 (bei Tetsuya)

Der Unterricht zog sich mal wieder in die Länge. Keira kritzelte auf ihrem Block herum. Da fiel ihr plötzlich ein, dass heute doch Dienstag war. Und dienstags wollte Tetsuya ihr doch E-Bass beibringen! Aber galt das auch schon für heute…? Der einzige Weg, es heraus zu finden, war wohl Tetsuya zu fragen, aber wann würde sie denn noch Zeit dazu haben? Keira lies also erstmal den Unterricht über sich ergehen und fragte dann 5 Minuten vor Schluss, ob sie mal auf die Toilette dürfe. Sie hatte Glück, denn der Lehrer lies sie gehen. Nun blieb ihr nichts anderes übrig, als vor dem Haupteingang auf Tetsuya zu warten, denn sie wusste ja nicht einmal in welcher Klasse er war. Es kam Keira wie eine Ewigkeit vor, doch dann gongte es endlich. Die Schüler strömten in Massen aus der Schule. Ob sie da überhaupt eine Chance hatte, Tetsuya zu entdecken? Sie wartete bis fast alle weg waren und als sie schon nach Hause gehen wollte, hörte sie hinter sich plötzlich: „Hey!“ Sie drehte sich um. Es war Tetsuya. Erleichtert lächelte sie ihn an. „Ähm… ich hab auf dich gewartet, wegen… wegen dem E-Bass Unterricht! Machen wir das heute schon?“, fragte sie ihn. „Mhm… von mir aus… Willst du gleich mitkommen?“, fragte er sie. Das überraschte Keira etwas. „Öh.. ja, warum nicht? Warte, dann ruf ich schnell zu hause an und sag bescheid.“ Tetsuya nickte und Keira holte ihr Handy heraus. Sie ging ein paar Schritte weiter, dorthin, wo es ruhiger war und kam kurz darauf zu Tetsuya zurück. „Geht in Ordnung!“, grinste sie. „Also schön, dann komm mit.“, meinte er. Sie stiegen beide in den Bus, der schon an der Haltestelle stand und fanden sogar noch einen Sitzplatz. Auf der Fahrt redeten sie wieder kaum miteinander. Irgendwann stand Tetsuya dann auf und gab Keira ein Handzeichen, dass sie aussteigen mussten. Sie folgte ihm aus dem Bus heraus. Sie befanden sich nun in einer ungepflegten Gegend, die Keira bis jetzt immer gemieden hatte. Die Häuser sahen teilweise recht herunter gekommen aus. Keira dachte an ihr eigenes zuhause, dass das komplette Gegenteil hiervon zu sein schien. Nach einer Weile blieb Tetsuya vor einem grauen Mehrfamilienhaus stehen und holte einen Schlüssel heraus. Keira konnte einen kurzen Blich auf eines der Klingelschilder erfassen, auf dem „Ishiyama“ stand. Tetsuya öffnete die Tür und hielt sie für Keira auf. Dann setzen die beiden ihren Weg nach oben fort und im dritten Stock gelangten sie an Tetsuyas Haustür an. Keira bemerkte, dass sie nervös war, versuchte jedoch es zu verstecken. „Ist etwas unordentlich“, sagte er, als er aufschloss und Keira herein lies. Etwas war wohl untertrieben, denn überall lag Wäsche, Müll und anderes Zeugs herum. „Ach schon okay!“, winkte Keira ab. Auf einmal hörten sie Rufe. „Tetsuuu!“ Ein kleiner Junge kam den schmalen Flur entlang gerannt, doch als er Keira sah, blieb er abrupt stehen. „Hallo, wer bist du denn?“, fragte Keira freundlich und beugte sich herunter, doch der Junge brachte kein Wort heraus. „Ist schon okay.“, beruhigte Tetsuya ihn. „Das ist Kiyoshi, mein Bruder.“ Keira lächelte ihn weiterhin an, er sah zu niedlich aus, in seinem übergroßen T-Shirt und den verwuschelten schwarzen Haaren. „Wo ist Mum, ist sie wieder nicht da?“, fragte Tetsuya. „Ja.“, quetschte Kiyoshi heraus. „Na  super!“, seufzte Tetsuya. „Hast du schon gegessen?“ Der kleine nickte. „Okay… Naja, gehen wir mal in mein Zimmer.“, meinte er dann zu Keira. Diese folgte ihm wieder. Tetsuyas Zimmer war nicht sonderlich groß, aber doch ganz nett eingerichtet. Keira sah sich um. Erstaunlicherweise war es im Vergleich zu dem Rest des Hauses hier sehr ordentlich. An den Wänden hingen ein paar Poster von Amerikanischen Rock und Metal Bands. „Schön hast du’s hier.“, sagte sie anerkennend. „Danke.“, erwiderte er und wies auf eine Couch. „Setz dich doch. Hast du Hunger? Oder willst du was trinken?“ „Nein Danke. Hab schon vorhin in der Schule gegessen.“ „Na wie du meinst… Wollen wir dann direkt anfangen?“ Er sah sie auffordernd an. „Ja, okay.“, nickte Keira. Tetsuya öffnete seinen Schrank und holte einen schwarz roten E-Bass hervor. „Am besten zeig ich dir erstmal die Grund Kenntnisse.“ Sie beide setzten sich auf die Couch und Tetsuya zeigte Keira, wie sie ihre Finger halten musste. Nach einer circa einer Stunde konnte sie schon ein paar Griffe. „Nicht schlecht, du lernst schnell!“ „Danke.“ Keira schaute verlegen zu Boden. Auf einmal hörten sie, wie die Haustür mit einem Ruck aufging. „Tetsuya, komm her und nimm mir die Taschen ab!“, rief eine scharfe Stimme. „Verd…“, fluchte Tetsuya. Er stand auf. „Sorry, ist vielleicht besser, wenn du jetzt gehst, wir sind ja schon weit gekommen für heute… Ah, und nimm den Bass doch gleich mit, dann kannst du das zu hause ja noch mal üben.“ Hastig stopfte er den Bass in eine passende Tasche. Keira schaute etwas verwundert drein, befolgte aber Tetsuyas Anweisungen, er würde schon seine Gründe haben. „Tetsuyaa, komm jetzt sofort!“, rief die Frauenstimme wieder. „Jaha!“ Tetsuya trat aus seinem Zimmer. Keira schob sich schüchtern hinter ihm her. Vor ihnen stand nun eine dürre, stark geschminkte Frau, mit zwei schwer aussehenden Plastik Taschen in den Händen. Anscheinend war sie Tetsuyas Mutter, auch wenn Keira kein bisschen Ähnlichkeit entdecken konnte. „Da bist du ja endlich!“, meinte sie in einem gereizten Ton. „Jetzt komm!“ Da erst bemerkte sie Keira. Misstrauisch musterte sie sie. „Was denn… habe ich dir nicht verboten Freunde mitzubringen, bis du deine Einstellung uns gegenüber geändert hast?!“, fuhr die Frau Tetsuya an. Doch er ignorierte sie. „Ciao Keira, bis morgen.“, forderte er sie sanft aber ausdrücklich zum gehen auf. Keira ging mit einem flauen Gefühl im Magen an den beiden vorbei. Da hielt Tetsuyas Mutter sie plötzlich auf. „Einen Moment mal!“ Ihr Blick war auf den E-Bass Gerichtet, den Keira auf dem Rücken trug und ein Stück aus der Tasche guckte. „Den kenne ich doch! Wolltest du den etwa mitgehen lassen, mein Fräulein?“ Sie schien Keira mit ihren eiskalten Augen zu durchbohren und diese brachte kein Wort mehr heraus. Doch Tetsuya nahm sie in Schutz. „Sie hat zufällig denselben E-Bass wie ich,  klar?! Also, Bye, Keira!“ Tetsuyas Mutter schien ihm zwar immer noch nicht ganz zu glauben, doch sie lies Keira vorbei. Keira eilte nun zur Tür und blieb noch einmal im Türrahmen stehen, um sich zu verbeugen. „Auf wieder sehen.“, sagte sie schüchtern und verschwand dann so schnell wie möglich aus Tetsuyas Haus. Auf der Treppe hörte sie noch wie Tetsuyas Mutter ihn anschrie: „Was fällt dir eigentlich ein, du hast dich an unsere Abmachungen zu halten…!“ Doch dann war sie schon außer Hörweite. Den Weg zur Haltestelle hatte sie sich Gott sei Dank gemerkt, denn jetzt wollte sie nur noch nach Hause…

Kapitel 6 ( ... )

…Währendessen lag Monomi zu Hause auf ihrem Bett und dachte nach. Ob es richtig wäre, nach diesem Vorfall Tetsuya noch mal unter die Augen zu treteKapitel 6 ( ... ) n? Er hatte ihr ja gesagt, dass sie ihm in nächster Zeit lieber aus dem Weg gehen solle, doch wenn sie bei dem Casting mitmachen würde, würde sie ihm wieder begegnen. Sie wusste einfach nicht, was sie machen sollte. // Ach, was soll’s, ich werde bei dem Casting mitmachen! //, dachte sie sich und stand auf. Sie legte sich auf den Boden und kroch unter ihr Bett. Dort bewahrte sie die CDs auf, die sie vor ihrem Vater hatte retten können. Monomi öffnete einen Karton, auf dessen Deckel „Alte Schulbücher“ als Tarnung stand und holte den kleinen Stapel CDs heraus. // Mmh…mal sehen…Merry….nee, das ist nicht das Richtige, außerdem hab ich das noch nie gespielt…, X-Japan….nee, zu ruhig….aaah….Dir en grey….das ist es! Aber welcher Song….Kodou? Nein, zu brav….Yokan….auch zu brav…ah, ich weiß….Mitsu no Tsuba! Das werde ich spielen, der Schlagzeugpart davon war immer mein Lieblingsstück, den kann ich bestimmt noch, ohne Übung, schließlich habe ich ja kein Schlagzeug mehr…aber was ist, wenn die sich ne Aufgabe ausgedacht haben? Ach, egal, falls nicht, bin ich jedenfalls vorbereitet…//, sagte sie sich und packte die CDs wieder in den Karton. Dann kroch sie unter ihrem Bett hervor und begann mit ihren Hausaufgaben. Ihr Vater kam ab und zu in ihr Zimmer, um zu überprüfen, ob sie auch keine Musik hörte und brav ihre Hausaufgaben erledigte. Jedes Mal beugte er sich über ihre Schulhefte und fand Fehler oder er motzte sie an: „Monomi, du hast ja die reinste Sauklaue, schreib’ das nochmal neu!“ Monomi seufzte dann laut und schrieb alles nochmal neu. Nach einem langen, mit Hausaufgaben überfüllten Nachmittag kam endlich der Abend und Monomi packte ihren Schulrucksack für den nächsten Tag. Sie wartete, bis ihr Vater ihren Ranzen kontrolliert hatte und steckte kurz vorm schlafen gehen die CD in ihren Rucksack. Dann zog sie ihren Pyjama an und lief ins Wohnzimmer, um ihrem Vater gute Nacht zu sagen. Dieser erwiderte das nur mit einem Grummeln und als sie an seine Wange trat, um ihm einen Kuss zu geben, wich er zurück und motzte sie an: „Du bist ja immer noch nicht im Bett! Mach’, dass du verschwindest, ich will jetzt meine Ruhe haben!“ Traurig ging sie in ihr Zimmer und zog ihre Rollläden runter. Danach legte sie sich ins Bett und dachte mit einem unguten Gefühl an morgen. Morgen würde sie wieder von Mio und Tojo geärgert werden, Tetsuya gegenüber treten müssen und sich gegen andere Drummer behaupten müssen. Sie versuchte, positiv zu denken: Sie würde auch Keira wieder sehen.       

Kapitel 7 (Das Casting) [Mittwoch]

Am Mittwoch hatte Keira erst um 10 Uhr Schule, doch schon pünktlich zum Gong der ersten Stunde stand sie vorm Lehrerzimmer. Ihr war aufgefallen, dass sie sich noch gar keine Erlaubnis für das heutige Casting eingeholt hatten. Sie blieb eine Weile vor dem Lehrerzimmer stehen und beobachtete die Lehrer, die ein und ausgingen, denn sie wartete auf einen, der ihr auch vertrauenswürdig erschien. Nach einiger Zeit entdeckte sie ihren Kunstlehrer, Herrn Tsukami. Er war jemand, mit dem man vernünftig reden konnte und der Verständnis für die Schüler zeigte. Sie räusperte sich und rief seinen Namen. Er hatte anscheinend gerade nichts zu tun und kam zu ihr. „Guten Morgen Keira, kann ich dir helfen?“, fragte er sie. „Ja, danke… Ich wollte fragen, ob ich und ein paar andere Schüler uns heute nach der 6. Stunde die Aula ausleihen könnten...? und ein paar der Musikinstrumente würden wir auch brauchen.“ Herr Tsukami runzelte die Stirn, wie er es immer tat, wenn er nachdachte. „Wofür braucht ihr denn das alles?“ „Ähm… es ist so etwas.. wie ein Casting. Wir wollen eine Band zusammen stellen.“, versuchte Keira es ihm zu erklären. „Hm… ja… Ich denke, du bist ein vernünftiges Mädchen, Keira. Aber ohne Aufsicht kann ich das nicht genehmigen.“ Flehend sah Keira ihn an. „Könnten sie denn…bitte…vielleicht?“, stammelte sie. Er kratzte sich am Hinterkopf. „Nun gut, nach der 6. Stunde habe ich eh nichts zu tun, geht also in Ordnung.“ Keiras Herz machte einen Satz. „Oh, danke!“, jubelte sie. Sie war schon kurz davor, Herrn Tsukami zu umarmen, blieb dann allerdings doch vernünftig und lies es sein. „also, ich muss dann wieder.“, verabschiedete sich Herr Tsukami und verschwand wieder im Lehrerzimmer. Keira sah auf die Uhr. Sie hatte noch viel Zeit, bis ihr Unterricht beginn und überlegte, was sie jetzt machen sollte. Ihre Gedanken schweiften zu Tetsuya. Ob nach Gestern alles wieder in Ordnung war, mit ihm? Seine Telefonnummer kannte sie nicht, sonst hätte sie sich mal bei ihm gemeldet. Irgendwie verspürte sie das Bedürfnis, ihn wieder zu sehen. Sie ging zuerst ziellos durchs Gebäude, doch dann führte ihr Weg sie in die Aula, geradewegs hinter den Vorhang und wieder zum Piano. Und genauso, wie am Tag zuvor, begann sie wieder zu spielen, ihre Augen zu schließen und zu singen. Es war derselbe Song wie Gestern. Doch diesmal wurde sie nicht unterbrochen und als sie am Ende des Songs ihre Augen wieder öffnete, stand da kein Tetsuya, der ihr applaudierte. Sie seufzte. Wie hatte sie auch nur die Hoffnung haben können, dass alles noch einmal so passieren würde? Und wieso wollte sie das überhaupt? Die restliche Zeit bis zum Unterricht verbrachte Keira, indem sie zeichnete und alle möglichen Dinge aufschrieb, die ihr durch den Kopf gingen.

In der zweiten Pause blieb Keira im Klassenraum, sie hatte einer Klassenkameradin versprochen, mit ihr für einen Test zu lernen. Doch nach zwei weiteren Stunden des Unterrichts war es dann endlich soweit: Das Casting stand bevor! Keira packte so schnell wie möglich ihre Sachen zusammen und lief die Treppe hinunter, zur Aula. Dort hatten sich schon ein paar Schaulustige versammelt und auf der Bühne konnte sie Tetsuya sehen. Er war gerade dabei, einen Tisch und zwei Stühle aufzustellen, die anscheinend für Keira und ihn bestimmt waren. Als er sie auf sich zukommen sah, winkte er ihr zu. „Hey!“ rief Keira. „Alles in Ordnung?“ „Sicher.“, meinte Tetsuya. „Bist du soweit?“ Keira antwortete: „Klar! Ich hab Herrn Tsukami Bescheid gesagt, er muss das ganze hier überwachen.“ „Okay.“, murmelte Tetsuya. In diesem Moment kam Herr Tsukami auch schon auf die Bühne. „Sieht ja aus, als hättet ihr die Lage im Griff, ich lass euch dann mal machen.“, lächelte er und setzte sich auf einen Stuhl am Rand der Bühne. Tetsuya hatte die Instrumente schon bereitgestellt. Er deutete Keira nun an, sich zu setzten. Vor Keira auf dem Tisch lagen Bewertungsbögen. Woran Tetsuya doch alles gedacht hatte! Wieder meldete sich ihr Gewissen ein bisschen, doch immerhin hatte sie sich die ganze Sache überhaupt genehmigen lassen. Tetsuya ging nun zu einem Mikrofon, dass in der Mitte der Bühne aufgebaut war. Er räusperte sich. „Ich bitte um Ruhe!“, sagte er mit einer durchdringenden, klaren Stimme. Die Halle verstummte in angespannter Haltung, neugierig darauf, was nun passieren würde. „Ich bin Testuya, und das ist Keira.“ Er deutete auf sie und sie lächelte der Menge verlegen zu. „Links auf dem Tisch da, seht ihr Zettel mit Nummern. Jeder von euch wird gleich eine dieser Nummern ziehen und der Reihenfolge nach auf die Bühne kommen. Dann nennt ihr uns euren Namen und was ihr spielen wollt. Wenn ihr mit eurem Song fertig seid, könnt ihr wieder gehen. Morgen versammeln wir uns um dieselbe Zeit wieder hier und dann werdet ihr erfahren, wer in der Band ist. Wer damit ein Problem hat, soll gleich wieder gehen. Ihr müsst wissen, dass mit der Band jede menge üben verbunden ist und es nicht einfach wird. Trotzdem ist uns der Spaß an der Sache sehr wichtig, denn sonst funktioniert gar nichts. Nun denn, genug des Gerede, zieht euch jetzt die Zettel und dann bitte ich die Nr. 1 nach oben.“ Keira bemerkte, dass Testuya mit Feuer und Flamme bei der Sache war. Hatte er nicht gesagt, dass sie die Band erstmal nur zum Spaß gründen würden um zu sehen, was daraus wird? Wie auch immer, ihr gefiel diese Seite an Tetsuya und jetzt war sie erstmal gespannt auf die Bewerber…




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